Ein Potpourri an populären Melodien
Mannheimer Morgen vom 15.04.2011 von Monika Kohl
Ilvesheim. Mit einem großen Potpourri an Melodien starteten die Blinden Musiker München ihre Konzertreise durch Baden-Württemberg in der Aula der Schlossschule Ilvesheim. Stolz konnte Ulrich Schlipper, Direktor der Schloss-Schule, bei der Begrüßung mitteilen, dass drei Mitglieder des Ensembles ehemalige Schüler in Ilvesheim waren. Dabei begrüßte er freudig Astrid Schweitzer, Marco Eller und Theo Kalaitzidis zu ihrem Heimspiel.
Johannes Gruber, der Leiter und Organisator der Gruppe, stellte Lourdes de Melo, Jörg Schiener, Marko Simonowski und Assim Khan vor. Lange Reden gab es nicht, die sieben Musiker legten direkt los und füllten volle 90 Minuten ohne die kleinste Pause.
Das Eröffnungslied „Des san mia“ wurde von Jörg Schiener vorgetragen, dem einzigen wirklichen Bayern in der Gruppe. Danach folgte ein bunter Reigen aus Orchesterstücken und a capella Liedern. Neben bayerischen Stücken wie der „Amtsgerichtspolka“, dem „Anni Walzer“, der „Schützenliesl Polka“ gab das Ensemble „Penny Lande“ von den Beatles, ein Medley von den Comedian Harmonists, diverse Gospels z.B. „King od Kings“ und „Somebodys knocking in my door“ zu hören. Es folgten österreichische Melodien mit dem „Kufsteiner Lied“ und der „Lichtensteiner Polka“.
Mühelos verbanden sie die Wiener Kultur mit Melodien von Strauß mit dem Cha Cha Brasiliens. Besonders erwähnenswert ist auch das Lieblingslied der Truppe. In dem „Speisezettel“ singen sie all die guten Schmankerl, die Bayern zu bieten hat, rauf und runter. Laut Johannes Gruber ging der Wirt eines bekannten Münchner Biergartens bei einem Auftritt mit ihnen eine Wette ein: Wenn sie alles essen könnten, was sie da besingen, würden sie alle Speisen kostenlos von ihm bekommen. Gruber meinte, sie hätten inzwischen fünfmal gewonnen. Das Publikum spendete begeisterten Applaus, nach vielen Stücken gab es Bravo Rufe. Ulrich Schlipper dankte mit den Worten: „Applaus ist das Brot der Künstler, das müsst ihr ja jetzt ganz schön satt sein“. Nach einer Zugabe machte das Ensemble noch eine kleine Musikstunde für interessierte Besucher mit verschiedenen Instrumenten.
Die Gruppe „Blinde Musiker München“, ursprünglich als Projekt gegründet, musizieren inzwischen seit 1995 als Berufsmusiker. Die Ensemblemitglieder haben eine mindestens dreijährige musikalische Berufsausbildung absolviert. Alle Beherrschen mindestens zwei Instrumente und Gesang. Ihr Arbeitsalltag sieht vier bis fünf Stunden Probe jeden Tag vor, sowie das üben mit drei verschiedenen Musiklehrern über die Woche verteilt. Mit über 250 Auftritten pro Jahr können sie bei diversen Anlässen ihr weitgefächertes Können einem großen Publikum zeigen. Neben Kirchen-, Schulkonzerten und Feiern aller Art umrahmen sie bereits seit vielen Jahren den Neujahrsempfang des bayerischen Ministerpräsidenten und andere öffentliche Empfänge in Bayern.
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